Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 26. Januar 2012 um 17:21 Uhr Geschrieben von: Administrator Mittwoch, den 10. Februar 2010 um 20:47 Uhr
Die Geschichte des Hanfes und seiner Verbreitung lässt sich sehr weit bis über die Grenzen unserer Zeitrechnung zurückverfolgen. Zwar weichen die Zahlen stark voneinander ab, doch man geht davon aus, dass erstmals Menschen in der Jungsteinzeit den Hanf nutzten, der wahrscheinlich als Nahrungsmittel verwendet wurde.
Genauere Angaben reichen bis vor ca. 6500 v. Chr. Funde in Nordchina, Ostsibirien und Nordchina belegen die damalige Nutzung der Fasern von Hanf. Es wird jedoch auch vermutet, dass die Pflanze ursprünglich aus der Region des Zweistromlandes (Euphrat und Tigris, heutiges Irak) stammen könnte, von wo sie erst nach China und Asien als Kulturpflanze eingeführt wurde. In China selbst hatte Hanf wohl den wichtigsten Einfluss auf die Kultur und nahm eine sehr zentrale Rolle ein, was viele Ausgrabungen belegen. Ebenfalls aus China stammt das erste Schriftbild, welches die Fasern produzierende Eigenschaft des Hanfes aufzeigt und belegt, dass schon dazumals zwischen männlichen und weiblichen Pflanzen unterschieden wurde. Nicht umsonst nannten die alten Chinesen ihr Land „Die Erde des Hanfes und der Maulbeerbäume“, wobei die Maulbeerbäume der Seidenraupenzucht dienten, während Hanf Rohstoff für Kleider und Textilien der ärmeren Bevölkerung war. Etwa 105 v. Chr. wurde das in China lange streng gehütete Geheimnis der Papierherstellung entdeckt, was noch heute den damals gewaltigen kulturellen Vorsprung Chinas belegt. Die Chinesen bewunderten den Hanf als kulturelle Pflanze, er war Rohstoff für Medizin, Papier, Textilien und Nahrung.
Man nimmt an, dass Hanf durch die Arier, Skythen und Mongolen nach Europa und Amerika gelangte. Jedoch erst im 11. bis 13. Jahrhundert war auch in Europa die Technik der Papierherstellung bekannt. So breitete sich Hanf als Rohstoff rasend schnell auf der ganzen Welt aus. Gutenberg druckte 1455 seine erste Bibel auf Hanfpapier, die sich heute noch besser umblättern lässt als eine, die 150 Jahre alt ist und nicht auf Hanfpapier gedruckt wurde. Zu Römerzeiten wurden gar Kriege wegen des hiesigen Rohstoffes geführt, da dieser mitunter eine kriegsentscheidende Rolle spielte. In jeder größeren Stadt gab es eigene Hanflager, beispielsweise in Wien oder Ravena.
Anno 1549 erlaubten christliche Portugiesen ihren Sklaven, zwischen Zuckerrohrpflanzen auch Hanf anzupflanzen, da dies die Sklavenarbeit zum Wohle des Herrn positiv beeinflusste. 1619 wurde schließlich das erste Hanfgesetz erlassen, das ausnahmslos allen Farmern in Nordamerika vorschrieb, Hanf zu kultivieren. Selbst die in Britannien viel begehrte Staatsbürgerschaft wurde auf Erlass der Krone an Ausländer verliehen, die bereit waren Hanf anzubauen. Diejenigen, die dies ablehnten, wurden teils mit Gefängnis bestraft.
Doch der Siegeszug von Hanf hatte seinen Höhepunkt noch nicht erreicht: Zwischen 1631 und dem frühen 19. Jahrhundert galt Hanf als offizielles Zahlungmittel. Mehr als 200 Jahre lang war es eine Selbstverständlichkeit, selbst seine Steuern in Hanf zu bezahlen. In besonders knappen Zeiten zwischen 1763 und 1767 konnte man in Virginia sogar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, wenn man den Rohstoff nicht anbaute.
Im christlichen Europa war Drogenartiges - mit Ausnahme des Alkohohls - indes verboten. Hatte man bis anhin beispielsweise dem Bier je nach Jahreszeit und Anlass Psychoaktiva in pflanzlicher Form beigemischt (zB. Bilsenkraut im Pilsener), so wurde dies von der Kirche nun strikt untersagt, war es doch immer wieder vorgekommen, dass Angehörige der Glaubensgemeinden Visionen hatten oder gar behaupteten, einen Dialog mit Gott geführt zu haben. Derartiges war natürlich nur der Kirche und den geweihten Pfaffen vorbehalten, denen diese verkündeten, man sollte keine andere Visionen haben außer den ihnen vorgehaltenen. So kam es schnell zu einer Verteufelung des Hanfes, Papst Inozenz der VIII bezeichnete es als Erster eine Freveltat, Hanf zu rauchen.
Trotzdem wurde, insbesondere in ländlichen Gegenden, Hanf geraucht. Die heute noch unter dem Namen Knaster bekannte Rauchmischung, ist nichts anderes als eine Hanfmischung. Der Name Knaster hat nicht etwa etwas mit dem Knast zu tun, sondern kommt vom knisternden und knasternden Geräusch beim Verbrennen (der Samen). Vor hundert Jahren hätten unsere ländlichen Vorfahren warscheinlich nur laut gelacht, hätte man ihnen zu erklären versucht, was Hanf für ein schädliches Rauschgift sei. Es war doch nur der gute alte Hanf, der sich der Großvater abends und sonntags in die Pfeife stopfte, um sich zu entspannen.
Dank Karl dem Großen erlebte Hanf eine Renaissance. Er ließ Hanf im ganzen Land anbauen, um Kleidung, Segel, Taue und Schnüre herzustellen. In der westlichen Kultur nutzte man den Hanf als Kulturpflanze, man kannte ihn kaum als Konsummittel mit seiner leicht berauschenden Wirkung. So war es mehr der Alkohohl, der als Genussmittel weit verbreiteter war, es gab deshalb damals große Alkoholprobleme im Land. Durch die Kolonien kamen die westlichen Länder mit fremden Kulturen, bei denen Hanf als Genussmittel genutzt wurde, in Kontakt. So kam es, dass auch Hanf eine immer wichtigere Rolle als Genussmittel einnahm.
Damals große Seemächte wie Spanien oder Portugal hätten ihren hohen Status kaum erreicht ohne die Hilfe des Rohstoffes Hanf. Jedes Schiff verschlang bei Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten tonnenweise Hanf. Nicht selten war Hanf einer der Kernpunkte in europäischen Wirtschaftverträgen. 1803 verhängte England ein Wirtschaftsenbargo gegen Frankreich, worauf Napoleon 1807 den Vertrag von Teelzid mit dem russischen Zar Alexander abschloss. Dieser verzichtete dabei auf den Hanfexport nach England. Aus ökonomischen Gründen ließ der Zar aber trotzdem Hanf nach England exportieren, die Schiffe fuhren hierfür allerdings eigens unter amerikanischer Flagge. Trotzdem dürfte dieser Vertragsbruch wohl einer der Hauptgründe sein, warum sich Napoleon dazu entschloss, in Russland einzufallen.
1855 mögen schätzungsweise 200 bis 300 Millionen Menschen Hanf als Genussmittel konsumiert haben. Die Beliebtheit des Hanfes war ungebrochen, und 1846 wurde sogar der Club der Haschischins in Paris gegründet, dem viele bekannte Künstler wie Schriftsteller beiwohnten. Hierzu gehörten Dandy, Charls Baudelaire, Théophile Gautier, Femand Boissard, Balzac, Nervel und Jacques-Joseph Moreau de Tours, um nur einge zu nennen.
Die Bedeutung, die Hanf damals als medizinisches Mittel oder Rauchmittel in Europa einnahm, wird auch belegt durch die riesigen Schiffsladungen an Hanfdrogen, die jeden Monat im Hamburger Hafen gelöscht wurden: 1885 waren es beispielsweise 3,5t Marihuana aus Indien, 12t Bang (marihuanahaltiges Getränk), und unglaubliche 300 Tonnen Haschisch! Die 200 Tonnen Cannabis-Konsumprodukte, die laut Bundeskriminalamt (BKA Deutschland) etwa derzeit pro Jahr illegal konsumiert werden, wären damals mit einer einzigen Monatsration mehr als gedeckt worden. Cannabisprobleme oder gar Todesmeldungen von Tausenden (junger) Menschen tauchen in den Veröffentlichungen aus dieser Zeit nirgends auf.
Doch es sollte anders kommen: Großbritannien schickte 1893 eine Hanfdrogekommission nach Indien, die dem Konsum Einhalt gebieten sollte. Doch die Inspektoren fanden in Indien keine Gründe, den Konsum zu verbieten. Sie äußerten den Verdacht, dass diese Kommission nur dazu eingesetzt worden sei, um den europäischen Schnaps verkaufen zu können.
1911 wurde in Südafrika, Ägypten und in Griechenland Hanf verboten. Entsprechend der blühenden Hanfwirtschaft waren die Vertreter des deutschen Reiches an der Opiumkonferenz in Wien (1924) wenig daran interessiert, dem von Südafrika geforderten, von Griechenland und Ägypten unterstützten Hanfverbot zuzustimmen. Der ägyptische König wollte sein Volk 'strebsamer' machen, die Griechen schlossen sich dem an, weil sie der renitenten türkischen Minderheit an die kulturelle Identität wollten, um sie besser ins Christentum integrieren zu können, die südafrikanischen 'Buren' wollten ihrer schwarzen kiffenden Bevölkerung Herr werden. Den Deutschen ging es aber auf der Opiumkonferenz auch darum, größeren Schaden der in Verruf geratenden Pharamaexportschlager Heroin (Bayer) und Kokain (Merck) abzuwenden. So kam es, als sich bei der Abstimmung über ein Cannabisverbot ein Patt abzuzeichnen drohte, die ägyptischen Interessensvertreter den deutschen Kollegen zusicherten, jegliche Importbeschränkungen für Heroin zu erlassen, woraufhin Deutschland dem Verbot zustimmte. Jedoch wurde das Hanfverbot in Deutschland nicht streng durchgesetzt, so dass teilweise fleißig weiter 'Knaster' geraucht wurde.
Ein besoners schlimmer und medienwirksamer Name in Sachen Hanfrepression war The Father of the Drug War (engl. der Vater des Drogenkrieges), Harry Anslinger. Zu seiner Zeit waren es höchstens noch eine Handvoll Personen wie beispielsweise Joseph Goebbels (NS-Politiker), die es verstanden, derartig böse Spiele mit den Medien zu treiben und wortwörtlich zu lügen wie gedruckt. Leider sollte es so kommen, dass Hanf ein paar macht- und geldgeilen US-Amerikanern ein Dorn im Auge und ein Knopf im Geldbeutel war. Dazu zählten der Ölmagnat und Bankier Mellon, der Holzpapierfabrikant und Medienkönig Hearst und schließlich der Chemieriese Du Pont. Sie alle hatten nicht im Geringsten ein Interesse an der Nutzpflanze Hanf, verdienten sie doch ihre Schräubchen mit Papier auf Holzbasis und Kunststoffen aus Mineralöl.
Als 1916 das amerikanische Landwirtschaftsministerium am 14.Oktober ein Bulletin (eine Broschüre) Hanfwerg als Material zur Papierherstellung publizierte, war der Papierkrieg um den Hanf bereits in vollem Gange. Die Agrarforscher hatten mitunter herausgefunden, dass ein einziger Hektar Hanf, der als einjährige Pflanze bis zu sechs Meter und mehr hoch wächst, verarbeitet zu Pulpe (Papierbrei), gleich viel Papier ergibt wie von einer Waldfläche von 4,1 Hektar. Voraussetzung für diese Produktionssteigerung sei, so das Department of Agriculture, eine moderne Verarbeitungstechnik, die das Abziehen von Hanffasern erleichtert. Für ihre Versuche hatten die Wissenschaftler damals noch, wie zu Zeiten der Chinesen, die Fasern von Hand gestrippt. Das Neuartige an ihrer Methode war, dass sie das Papier nicht aus den Fasern, sondern aus dem Werg, dem übriggebliebenen Abfall gewannen. Des Weiteren wurde durch die Versuche auch bekannt, dass zur Papierherstellung nur ein Fünftel der Chemikalien nötig waren, wie bei aus Holz hergestelltem Papier. Da es jedoch noch keine Maschine gab, die diese neuen Erkenntnisse nutzbar machen konnte, blieb das Bulletin Nr. 404 erst einmal ohne Erfolg, obwohl einige Personen, die an einer ökonomischen Papierhersterstellung interessiert waren - besonders print and book paper manufactures -, diese mit großem Interesse gelesen haben dürften.
Insbesondere auch die Paper Manufacturing Company von William Randolph Hearst und der Chemiekonzern und größte Produzent von Sulfiden zur Papiergewinnung aus Holz, Du Pont, mussten sich für die Neuerungen interessieren. Schon Ende des 19. Jahrhunderts, während des spanisch-amerikanischen Krieges, hatte Hearst in seinen Schmierblättern Denunziationskampagnen gegen Schwarze, Mexikaner und Lateinamerikaner gestartet, die er in den 20er und 30er Jahren mit seinem Citizen Kane-Imperium fortführte. War zwischen 1910 und 1920 in den Hearst-Schlagzeilen in aller Regel die Rede von Kokain, von schwarzen Männern, die weiße Frauen mit Kind vergewaltigt hatten, so war nun auf einmal ständig Marihuana im Fokus der Schlagzeilen. Ein Unfall, bei dem ein Joint gefunden wurde, sorgte wochenlang für Druckstoff. Obwohl Hearst schon früher gegen Jazz und Swing ("Voodoo satanic music") und das grüne Kraut, das die Musiker rauchten, mobil machte (was bereits vor allem in Südstaaten wie New Orleans bereits zu ersten Verboten geführt hatte), wurde gegen dessen Verstöße aber nur in seltenen Fällen vorgegangen. Das äderte sich, als Harry Ansligers Bureau of Narcotics die Kreuzritterlegende von den Haschaschin - jenen im Haschischrausch mordenen Stämme der Assasinen - modernisierte: "Marihuana - Murder of Youth".
Nur ein paar wenige Ausschnitte reichen aus, um zu zeigen, was für ein mieser Typ Hary J. Anslinger war:
"There are 100,000 total marijuana smokers in the US, and most are negroes, hispanics, filipinos, and entertainers. Their satanic music, jazz, and swing, result from marijuana use. This marijuana causes white women to seek sexual relations with negroes, entertainers, and any others."
"...the primary reason to outlaw marijuana is its effect on the degenerate races."
"Marijuana is an addictive drug which produces in its users insanity, criminality, and death."
"You smoke a joint and you're likely to kill your brother." "Marijuana is the most violence-causing drug in the history of mankind."
So wurde vom Kapital ein ausführendes Organ der Hanfprohibition geschaffen, das National Bureau of Narcotics, mit - wie könnte es einfacher sein - Henry Anslinger, Harrys Neffen als Boss. Jeglicher industrielle Nutzen von Hanf wurde gestoppt und Hearst startete einen Pressefeldzug gegen das Mörderkraut Marihuana, der von den Medien übernommen und bis heute weiter geführt wird.
Vielleicht kann das Bulletin Nr. 404 die Frage erhellen, auf die sich Hans-Georg Behr in seinem Standardwerk „Von Hanf ist die Rede“ keine Antwort weiß: Warum nämlich Anslinger 1930 aus dem diplomatischen Dienst auf den schlechter bezahlten Posten eines Commissioners im Burau of Narcotics wechselte: Vieles spricht dafür, dass der Schwenk von Kokain auf Marihuana, den die Hearst-Presse bei ihren Schuldzuweisungen vollzogen hatte, nicht den Launen eines Rassisten geschuldet war, sondern dem Kalkül des Waldbesitzers und Papierherstellers Hearst sowie des Chemieriesen Du Pont. Keinem anderen nämlich als dem Hearst-Bankier und Hauptfinanzier der Firma Du Pont, Andrew Mellon, Besitzer der Mellon Bank, zweitreichster Mann der USA und Finanzminister, unterstand das Bureau of Narcotics. Auf Mellons Anweisung gab das Burau der Hearst-Kampagne ab 1930 amtlichen Begleitschutz. Den Leiter des Anti-Marihuana-Unternehmens suchte Andrew Mellon persönlich aus: Die Wahl fiel auf einen Beamten seines Vertrauens, den Mann seiner Nichte, eben Harry Anslinger.
Angelangt auf dem Tiefpunkt der damaligen Wirtschaftskrise, gewährte der Finanzminister zusätzliche 100.000$ Sonderetat, die in Couverts an Journalisten und Polizisten verteilt wurden zusammen mit einem Aufruf, alle Fälle zu sammeln, die eine Gefährlichkeit von Marihuana beweisen können, insbedondere Verbrechen, Fälle von Wahnsinn und dergleichen.
Während sieben Jahren ging Anslinger mit seinen unglaublichen Stories, von den mörderischen Assasinen im Mittelalter bis zum kiffenden Killer-Nigger, der gegenüber wohnt, auf Tournee und schließlich mit grausigen Fotomappen voller Mordopfer vor den Kongress. Vor diesem bezeugte er, "Marihuana ist die am meisten gewaltverursachende Droge in der Geschichte der Menschheit". Er sprach mitunter von "Farbigen mit dicken Lippen, die weiße Frauen mit Jazz und Marihuana locken". Selbst die Ärtzte, die sich gegen ein Cannabisverbot aussprachen, trickste er mit seinen eigenen Gutachten aus, die sich später als ebenso falsch und obskur wie die dokumentierten Mordfälle erwiesen. Doch am 1. September 1937 hatte Präsident Roosevelt den "Marihuana Tax Act" bereits unterzeichnet.
Etwa fünf Monate später - leider zu spät - publizierte die Zeitschrift "Popular Mechanics" im Februar 1938 "A Billion Dollar Crop" - einen euphorischen Artikel, der über die ersten Einsätze der neuen Hanfverarbeitungsmaschine berichtete und die Millionen vorrechnete, um die heimischer Hanf künftig die Kosten für Importware senken könne. Dabei wurde die 1916 entdeckte Ökonomie der Papiergewinnung ebenso erwähnt, wie der Hinweis, dass der Zellulosegehalt des Hanf den des Getreides um ein Vielfaches übertrifft: "Das nach Abziehen der Faser zurückbleibende Mark enthält mehr als 77 Prozent Zellulose und kann zu Herstellung von über 25.000 Produkten verwendet werden, von Dynamit bis zum Zellophan." Dass sich aus Hanf das billigste Methanol der Welt gewinnen lässt, spielte bei den Benzinpreisen 1938 noch eine untergeordnete Rolle. Fast wehmütig endete der damalige Artikel über die "Milliarden-Ernte" mit der Feststellung, dass es unmöglich sei, legalen Hanf ohne illegles Marihuana herzustellen.
Man wird sich fragen, warum Hearst ausgerechnet auf Cannabis und die rassistischen Propagandastories setzte. Zunächst um die Angst vor dem Unbekannten anzustacheln, indem man dem allseits bekannten Hanf einen neuen, nie dagewesenen und gefährlich klingenden Namen gab: Man kämpfte geben Marihuana. Im Unterschied zu der mexikanischen Orginalschreibweise ersetzte man das 'j' gegen ein 'h', was die unterschiedlichen Schreibweisen, von denen man sich nicht verwirren lassen sollte, erklärt.
In weiteren Schritten traf man Vorbereitungen, die Ärtzte- und Industriekreise zu umgehen, die sicherlich gegen ein Verbot angelaufen wären. So wurden die meisten Anhörungen zum Marihuana-Verbot unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt. Zu guter Letzt galt es nur noch die niedrigen Instikte zu mobilisieren, wozu man auf den sowieso schon in der Gesellschaft zunehmend gärende Rassismus zurückgriff: Anslingers hatte eigens seine sog. Blutakte, die im Grunde nichts anderes war als gesammnelte Zeitungsauschnitte, die in erster Linie den Boulevardblättern der Hearts-Presse entnommen waren. Sie enthielt Geschichten, wie beispielweise diejenige eines Beilmörders, der angeblich vier Tage vor seiner Tat einen Joint geraucht haben soll. Anslinger war so dreist, vor dem Kongress die Behauptung aufzutischen, dass rund die Hälfte aller Schwerverbrechen von Spaniern, Mexikanern, Lateinamerikanern, Filipinos, Schwarzen und Griechen verübt wurden, und dass deren Taten unmittelbar auf den Konsum von Marihuana zurückzuführen sei. Kein einziger seriöser Wissenschaftler, der die "Fakten" aus Anslingers Blutakte sorgfältig prüft, kann auch nur einen Bericht als für richtig oder wahr befinden.
Eine weitere Tatsache, die zeigt, wie geschickt Anslinger und Hearts vorgingen: Die amerikanische Ärzteschaft, die "American Medical Assoziation (AMA)", erfuhr erst zwei Tage vor der alles entscheidenen Anhörung, dass dieses grauenvolle Marihuana, über das man in der Zeitung nur Schlechtes lesen konnte, zum Beispiel dass unter dessen Einfluss "Schwarze dachten sie seien so gut wie Weiße", identisch mit der Cannabispflanze war, die seit über hundert Jahren zu den meistgenutzten Heil- und Indutriepflanzen zählte. Als diese Erkenntnis langsam allen dämmerte, war es bereits fünf nach zwölf: Harry hatte die Gesetze durchgeboxt, an den Folgen dieser Schwindelei leiden wir bis heute - und von Tag zu Tag mehr.
Einige Beispiele dafür sind:
Die Heilmittel sind wegen Pharmaindustrie in Vergessenheit geraten. Papier wird heute mit großem Chemieeinsatz und energetischem Aufwand auf Kosten der stetig schwindenden, letzten Wälder dieser Erde hergestellt, das aber wegen seinem hohen Säuregehalt kaum 50 Jahre überdauert * Textilien werden mit vielen giftigen Chemikalien aus Baumwolle gewonnen, die nicht nur weniger Ertrag auf der gleichen Fläche als Hanf bringt, sondern auch nur in bestimmten Klimaregionen in Monokulturen nur durch Pestizid- und Gifteinsatz gedieh. Nach über 10.000 Jahren ersetzt Baumwolle vor nur 70 Jahren mit ihrer unvergleichbar schlechteren Qualität den Hanf als Rohstofflieferant für Kleidung.
Heute ist es selbst mit den nötigen Lizenzen nicht überall einfach, Hanf für industrielle Zwecke zu kultivieren. Beispielsweise darf in gewissen Ländern nur angebaut werden, wo die Öffentlichkeit nichts mitbekommt.
Nahezu ironisch dazu ist es, wie sich schon bald mit der stetig wachsenden internationalen Prohibition in einigen Ländern im Gegensatz dazu diejenige der Hanfkulturen im geheimen, genauer gesagt den Indoorkulturen mit künstlichem Licht, besonders in den letzten 20 Jahren entwickelten. Nur dank Verboten und Schwarzmärkten wurde es lukrativ mit großem technischen Aufwand Pflanzen zu züchten, die mittlerweile Exemplare von nie zuvor dagewesener Potenz und unglaublichen Wirkstoffgehalten (THC-Gehalt) von bis zu knapp über 20% aufweisen.
Quelle; www.drogenwiki.de
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