Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. Juni 2010 um 14:26 Uhr Geschrieben von: Administrator Mittwoch, den 02. Juni 2010 um 11:05 Uhr
Grevenbroich (NGZ) Langwaden Um allen möglichen Gerüchten schon jetzt vorzubeugen: Das, was auf einem Acker vor den Klostertoren noch in zartem Grün sprießt, ist alles andere als eine Haschisch-Plantage. Drogenfahnder der Polizei können beruhigt sein, denn: „Wir haben Nutzhanf eingesät, er ist völlig unproblematisch“, erklärt Dr. Jürgen Krenz, Wirtschaftsberater der Langwadener Patres.
Der Vorteil des Grünzeugs: es wächst sehr schnell, täglich bis zu fünf Zentimeter. Und das muss es auch, denn spätestens Mitte Juli wollen die Zisterzienser um Prior Bruno Robeck mit ihrem Hanf-Irrgarten nicht nur Gäste aus dem Rhein-Kreis Neuss, sondern aus der gesamten Region anlocken. „Wenn es jetzt feste weiter regnet, können wir das schaffen“, meint André Heister, Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft des Klosters, mit einem Blick aufs Wetter.
Neben dem Gästehaus, der Schänke, dem Biergarten und der Konzert-Reihe wollen die Langwadener Mönche mit einem Irrgarten eine weitere Attraktion anbieten - „mit hohem Spaßfaktor für jedes Alter“, wie Krenz unterstreicht. Der ernste Hintergrund: Der Erlös soll in die Sanierung des Klosters gesteckt werden, denn in den nächsten Jahren müssen rund 800 000 Euro investiert werden, um das Kloster in Schuss zu halten.
Hanf: Basis für 40 000 Produkte des täglichen Lebens
Aus Nutzhanf lässt sich kein Rauschgift herstellen. Denn nach dem Gesetz darf er maximal 0,3 Prozent des psychoaktiven Wirkstoffs THC (Tetrahaxrocannabinol) enthalten. Normaler Hanf enthält zwischen zehn und 16 Prozent des so genannten Haschischöls, das aus den weiblichen Blüten der Pflanze gewonnen wird. Nutzhanf wird heute beim Hausbau ebenso verwendet wie als Basis für Farben, Lacke und Waschmittel.
Etwa 40 000 Produkte für alle Bereiche des täglichen Lebens werden aus dieser Pflanze hergestellt. Zudem ist Hanf auch einsetzbar als zur Wiederverwertung aufbereitete Energiequelle - etwa bei der Verbrennung der Biomasse zur Stromerzeugung. Das Langwadener Hanffeld soll nach dem Sommerspaß abgeerntet und und verwertet werden.
Dass die Besucher im Sommer durchaus etwas Ungewöhnliches erwarten dürfen, steht für Jürgen Krenz fest: „Wir werden uns beim Anlegen des Irrgartens an der Vorlage eines französischen Labyrinths aus dem 17. Jahrhundert orientieren.“ Sobald die Hanfpflanzen die richtige Höhe erreicht haben, beginnt die eigentliche Arbeit, die sehr aufwendig ist: „Mit Hilfe der GPS-Technik, also dem satellitenverbundenen Geo-Informationssystem, wird das Wegemuster exakt nach dem alten Plan angelegt. Damit werden sich die Kloster-Gärtner demnächst beschäftigen“, so Krenz.
Die künftigen Besucher dürfen sich auf einen anständigen Laufweg gefasst machen, denn der Irrgarten wird insgesamt 1200 Meter lang. „Die Wege werden komplett mit Stroh eingestreut, damit das Labyrinth auch bei Regenwetter betreten werden kann“, erläutert André Heister.
Ruhebänke und eine etwa sechs Meter hohe Aussichtsplattform werden das Angebot abrunden. Für Kinder gibt es zudem eine Strohburg und Ponyreiten. Der Sommerspaß soll zu moderaten Preisen angeboten werden. „Erwachsene zahlen drei, Kinder ab sechs Jahren zwei Euro - wer unter fünf Jahre alt ist, kommt kostenlos in unseren Irrgarten“, betont André Heister.
Ein kleiner Bonus ist auch noch drin: Wer ein Ticket für das Hanf-Labyrinth erwirbt, bekommt in der Langwadener Klosterschänke 50 Cent auf ein Getränk vergütet. Damit will die Betriebsgemeinschaft den Bogen vom Acker neben dem Kirmesplatz zum Kloster schlagen.
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