Sonntag, Mai 19, 2013
   
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Hanf und mehr

Australien: Haus aus 2,5 Millionen Hanfpflanzen

Australien: Haus aus 2,5 Millionen Hanfpflanzen

Wissenschaftler aus New South Wales bereiten sich auf die Ernte von
2,5 Millionen Hanfpflanzen vor. Aus dem Erntegut, das in den nächsten Wochen gewonnen wird, sollen nach Angaben von Dr. Keith Bolton von der Universität Southern Cross die ersten beiden Hanfhäuser Australiens entstehen. (Das englische Wort für Hanf ist übrigens hemp)

Beide Gebäude sollen auf jeden Fall noch in diesem Jahr fertig gestellt werden. Dabei werden aus den Stängeln zusammen mit Kalk und weiteren Bestandteilen Hanfziegel hergestellt, aus denen dann die einfach konstruierten zweistöckige Häuser gebaut werden.

Nach Aussagen der Wissenschaftler ist die Bauweise nicht neu. Schon die alten Ägypter bauten auf diese Art und Weise Häuser und auch in Europa insbesondere in Frankreich entstanden in den letzten Jahren Hunderte von Häusern aus Hanf. Die Hanfziegel haben den Vorteil, dass diese trotz ihrer Leichtigkeit sehr stabil sind und gute isolierende Eigenschaften haben. Der Feuerschutz wird durch die Zugabe von Flammhemmern erreicht, wie sie auch bei modernen Holzhäusern eingesetzt werden.

Die Hanfhäuser sind mit konventionellen Gebäuden durchaus vergleichbar. Keith Bolton ist sich sicher, dass diese - eine entsprechende Nachfrage vorausgesetzt - auch zum gleichen Preis wie Standardhäuser gebaut werden können.

Auch in Deutschland kommt Hanf als Baustoff zunehmend in Mode. In Oldenburg stand in diesem Jahr mitten auf einem großen Hanffeld ein Schild, auf welchem zu lesen war "Hier wächst eine neue Leichtbauplatte aus Hanf". Im Raum Oldenburg werden 400 Hektar Hanf angebaut. Neben Faserplatten werden auch Naturfaserdämmstoffe aus Hanf gewonnen. Durch staatliche Subventionen ist der Anteil der Naturfaserdämmstoffe (besonders aus Hanf) in den letzten beiden Jahren stark angestiegen.

Klaus-Martin Meyer

Quelle: Artikel Online

 

Die besten Produkte aus Hanf

Die besten Produkte aus Hanf

Seit der Renaissance des Anbaus von Hanf in Deutschland wurden zahlreiche neue Produkte auf den Markt gebracht. Viele davon verschwanden bereits nach kurzer Zeit wieder. Viele einst hoffnungsvoll gestartete Firmen sind inzwischen Geschichte. Von der Textilfirma THC blieb nur der Markenname, das gleiche gilt für die Firma HanfHaus. Auch die durch die Ausgabe der ersten Hanf-Aktie bekannt gewordene Aktiengesellschaft TreuHanf AG ist mehr oder weniger Geschichte.

Aber es gibt auch Gegenbeispiele. Die Zigarettenblättchen Canuma der Firma Efka sind so etwas wie der Goldstandard für Zigarettenblättchen geworden. Die Oberhemden der australischen Firma Braintree Hemp werden von Börsenmaklern und Unternehmensberater in aller Welt aufgrund ihrer hervorragenden Trageeigenschaften gern getragen. Das gleiche gilt für die T-Shirts aus hochwertigen Hanffasern.

Auch die Rucksäcke und Taschen der Marke "Pure" haben den Einzug in den klassischen Facheinzelhandel gefunden. Das ist sehr wichtig, weil dort die Konsumenten die Hanfprodukte einfach aufgrund der eigentlichen Produkteigenschaften kaufen und nicht nur deshalb, weil diese aus ihrer Lieblingspflanze hergestellt wurden.

Das Dosenbrot "Active FS9" trägt zur gesunden Ernährung von Gourmets in ganz Deutschland bei. Ein Basisprodukt welches aus den Regalen der Reformhäuser gar nicht mehr wegzudenken ist, ist das kaltgepresste Hanföl. Dieses hat aufgrund seiner geschmacklichen und gesundheitlichen Eigenschaften einen wahren Siegeszug hinter sich. Menschen mit Neurodermitis schwören auf die Einnahme von Hanföl über die tägliche Nahrung. Wer das Öl nicht mag, kann auch auf die geschälten Hanfsamen ausweichen. Diese haben einen recht beliebten, nussigen Geschmack, der nicht gerade durch kulinarische Extreme auffällt.

Klaus-Martin Meyer

Quelle: Artikel Online

 

Die neue Hose aus Hanf?

Professor Reller bringt mich auf eine Idee: Er erzählt, dass es früher eine andere wichtige Textilpflanze gab, die dann von der Baumwolle verdrängt wurde: Hanf. Warum nicht? Die erste Levis Jeans 1870 war schließlich auch aus Hanf.

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Gibt es die perfekte Jeans?

Sven Kuntzes Suche nach einer umweltfreundlichen Hose

grünes Label „organic cotton“ auf Jeans; Rechte: WDR Vor kurzem zog ich los, um eine neue Jeans zu kaufen. Jeans trage ich schon seit 40 Jahren und auf den Stoff schwöre ich einfach. Im ersten Geschäft entdeckte ich ein neues Zeichen an der Hose, das mich verwirrte: Organic cotton. Der Verkäufer erklärte mir, dass es sich um Biobaumwolle handelt, die mit weniger Wasser und ohne Pestizide hergestellt wurde. Die wollte ich gerne haben, aber leider war sie mir in Größe 34 zu klein und größer hatten sie sie nicht vorrätig. Ich bestellte mir also eine Hose in Größe 36, etwas frustriert, denn früher hat 34 immer gepasst. „Kann man ja wieder hinkriegen,“ tröstete mich der Verkäufer.

Als ich den Laden verließ, dachte ich über das nach, was ich gehört hatte: ist denn der Anbau von Baumwolle so ein Problem? Das wollte ich genauer wissen.


Umweltproblem Baumwolle

Sven Kuntze und Armin Reller sitzen an Laptop, im Hintergrund See;  Rechte: WDR
Professor Armin Reller von der Universität Augsburg ist Fachmann für Baumwolle. Bei ihm frage ich nach. „Die Baumwolle wird an Orten angepflanzt, wo sie eigentlich nicht hingehört und dort braucht sie extrem viel Wasser,“ erklärt mir der Professor. „Eine Jeans braucht je nach Anbaugebiet bis 10.000 Liter Frischwasser.“ Das ist natürlich eine Menge. Schließlich werden, so habe ich gelesen, weltweit 1,8 Milliarden Jeans hergestellt. Professor Reller berichtet dann vom Aralsee in Asien. Er war einmal der viertgrößte Binnensee der Erde, so groß wie Bayern. Seit 1960 ist er aber um die Hälfte geschrumpft. Der Grund: Die Sowjetunion wollte in den 50er Jahren unabhängig von Baumwollimporten werden und legte riesige Baumwollfelder an. Doch die Gegend ist eigentlich zu trocken dafür. Also zapfte man die Zuflüsse des Sees an, um die Pflanzen zu bewässern. Außerdem wurden die Felder intensiv mit Pestiziden und Dünger behandelt. Diese Stoffe gelangten ins Grundwasser und bedrohen nun die Gesundheit der dort lebenden Menschen. „Ich habe gestern gelesen, dass ihre Lebenserwartung deutlich zurückgegangen ist. Die Lebenserwartung im Moment ist nur noch 51 Jahre,“ berichtet Professor Reller. Der Anbau von Baumwolle erzeugt also tatsächlich massive Umweltprobleme. Und was ist mit der Biobaumwolle? Ich erfahre von Professor Reller, dass sie nicht mit Pestiziden und Dünger behandelt wird, was ein großer Vorteil ist. Außerdem behandelt man beim ökologischen Anbau den Boden anders, so dass er Wasser besser speichern kann. Biobaumwolle kommt daher meist mit weniger Wasser aus. Doch jetzt bin ich hellhörig geworden. Muss es denn eigentlich unbedingt Baumwolle sein?

Warum nicht Hanf?

Sven Kuntze und Frau Mölleken im Hanffeld; Rechte: WDR

Professor Reller bringt mich auf eine Idee: Er erzählt, dass es früher eine andere wichtige Textilpflanze gab, die dann von der Baumwolle verdrängt wurde: Hanf. Warum nicht? Die erste Levis Jeans 1870 war schließlich auch aus Hanf. In meiner Jugend hatte Hanf zwar eine relativ schlechte Presse, aber das weckt meine Neugier nun noch mehr: eine Hanfjeans muss her! Aber leider wird das gar nicht so einfach. In der ganzen Kölner Innenstadt kann man keine Hanfjeans kaufen. Im Internet werde ich schließlich fündig. Ich bestelle eine Jeans bei einem Anbieter für Hanfklamotten. In drei Tagen soll sie geliefert werden. Vorher möchte ich aber noch mehr über diese Pflanze erfahren. Auf einem Hanffeld in der Nähe von Paderborn treffe ich mich mit Dr. Helga Mölleken von der Universität Wuppertal. Sie ist Expertin für Hanfanbau und erzählt mir, dass ich vor 250 Jahren keine Probleme gehabt hätte, eine Hose aus Hanf zu kaufen. Denn damals gab es viele Hanffelder in Deutschland und auch viele Hanftextilien. Hanf ist nämlich eine sehr anspruchslose Pflanze, lerne ich. „Der Hanf braucht viel weniger Wasser als Baumwolle. Er hat eine sehr lange Wurzel, so dass er auch in tieferen Bodenregionen Wasser aufnehmen kann.“ Auch Pestizide und Dünger benötige er nicht, denn die Hanfpflanze wachse so schnell, dass andere Pflanzen, eben auch Unkräuter, gar keine Chance haben. Eigentlich perfekt.


Meine neue Lieblingshose


Sven Kuntze trinkt Kaffee, im Hintergrund zwei Schaufensterpuppen mit Jeans an; Rechte: WDR

Ein paar Tage später ist sie endlich da. Meine Hose aus Hanf sieht aus wie eine normale Jeans. Gott sei Dank. Ich will ja nicht im Öko-Look herumlaufen. Der Stoff fühlt sich angenehm an, die Hose sitzt – ich bin sehr zufrieden. Aber hält sie auch etwas aus? Dazu befrage ich den Textiltester Dr. Thomas Bahners vom Deutschen Textilforschungszentrum in Krefeld. Die große Überraschung: auch er trägt eine Hanf-Jeans! Er hat Hanfhosen mit regulären textilwissenschaftlichen Methoden geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass sie mindestens so gut wie Baumwollhosen sind. Was die Scheuerbeständigkeit angeht sind die Hanfjeans sogar deutlich überlegen. Und: die Hanfhose nimmt Hautschweiß viel schneller auf und hält ihn auch fest. „Das heißt, die Hose ist im Sommer immer trocken und kühl“, erläutert Thomas Bahners. Inzwischen bin ich restlos überzeugt. Die Hanfjeans ist meine neue Lieblingshose! Nur schade, dass man sie noch nicht überall im Laden finden kann. Hanfkleidung ist zurzeit ein Nischenprodukt. Da es noch keine modernen Maschinen für die Verarbeitung von Hanf gibt, kostet die Herstellung einer Hanfjeans etwa fünf Mal mehr, als die einer normalen Baumwolljeans. Mein Internetanbieter spart sich Vertriebs- und Werbekosten und kann deshalb relativ günstig verkaufen. Aber bevor ich meine neu entdeckte Lieblingsklamotte im Geschäft um die Ecke kaufen kann, muss die Industrie wohl noch kräftig investieren.


Quelle: wdr.de

 

Hanf stellt sich vor

Schaubild zur Hanf verwendung
Dieses Schaubild stellt die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Hanfpflanze dar

Hanf ( Cannabis Sativa )

  • zählt zu den höchstentwickelten Pflanzen dieser Erde und nutzt die Sonnenenergie effektiver als viele andere Pflanzen
  • gedeiht in fast allen Klimazonen, auf fast allen Böden und ist gegen Schädlinge aller Art weitgehend resistent
  • eignet sich optimal als Pionierpflanze und ist selbstverträglich
  • ist als Vor- und Zwischenfrucht mit allen anderen Nutzpflanzen anbaubar
  • besticht durch seine einzigartige Vielseitigkeit, was die Verwendbarkeit der Erträge anbelangt

Die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten von Hanferzeugnissen läßt erahnen, wie wichtig die Wiedereingliederung dieser Kulturpflanze in unsere Wirtschaft ist. Da ökologische Folgekosten immer stärker miteinbezogen werden müssen, ist der Raubbau und die Ausbeutung fossiler Rohstoffe schon lange unbezahlbar. Darum sollten wir lernen unsere täglichen Bedürfnisse mit nachwachsenden Rohstoffen zu befriedigen, so daß auch folgenden Generationen eine lebenswerte Erde vorfinden.

Der Hanf kann hierbei eine Schlüsselrolle spielen. Wenn er grossflächiger angebaut wird, und sowohl die Ernte-, als auch die Verarbeitungstechnik dahingehend weiterentwickelt werden, daß die gesamte Pflanze - vom Stiel bis zum Samen - als Rohstoff genutzt wird, dann können Hanferzeugnisse sowohl in regionalen Wirtschaftskreislaeufen eine entscheidende Rolle spielen, als auch dem ökologischen Ausverkauf der Erde entgegenwirken.

Foto von der Seilerausstellung In fast allen Kulturen der Welt wurden zu fast allen Zeiten Hanferzeugnisse genutzt. Funde von Hanfschnur in China werden auf Zeiten datiert, in denen die Schrift noch nicht erfunden war. Hanfsamen waren in vorchristlichen Zeiten eine übliche Grabbeilage, die den Verstorbenen auf seinem Weg ins Jenseits begleiteten. Auch in unseren Breitengraden galt der Hanf jahrhundertelang als wichtige Nutzpflanze. Karl der Große ordnete um 800 den Hanfanbau an, um die Herstellung kriegswichtiger Gerätschaften, wie Seile, Planen usw., zu gewährleisten, um nur ein Beispiel zu nennen.

Bis Anfang unseres Jahrhunderts war der Hanf eine unersetzliche Kulturpflanze. Erst die Entdeckung des Holzaufschlussverfahrens verdrängte den Hanf aus der Papierherstellung, da der Wald als unendlich verfügbare Ressource angesehen wurde. Baumwollprodukte eroberten aufgrund der billigen und menschenverachtenden Sklavenarbeit den Textilmarkt.

Reefers Madness im Hanf Museum Als - nach dem Fall der Alkoholprohibition in den USA - dann noch eine Hetzkampagne gegen Marihuana (mexkanisch für Hanf) iniziert wurde, verloren die meisten Menschen das Wissen um die alte Kulturpflanze und der "Mythos des Mörderkrauts", der Einstiegsdroge, wurde geschaffen.

Um diesem Mythos zu begegnen arbeiten seit dem Verbot einzelne Menschen und Gruppen daran, das Wissen um die Nutzungsmöglichkeiten der Hanfpflanze zu bewahren. Einige von ihnen gründeten im August 1992 den H.A.N.F. e.V. (Hanf als Nutzpflanze fördern) um das Wissen über den Hanf zu sammeln, zu ordnen und an Interessierte weiterzugeben.

Das enorme Interesse verschiedenster Menschen forderten eine ständige, öffentliche Ausstellung, die das Wissen allgemein zugänglich macht. Um dieses zu ermöglichen, eröffnete am 6. Dezember 1994 der H.A.N.F. e.V. das Hanf Museum in Berlin.

Quelle: Hanfmuseum Berlin

   

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