Dienstag, Mai 21, 2013
   
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Krebs

2010.01.06 / Cannabidiol verstärkt die hemmenden Wirkungen von Dronabinol auf die Vermehrung und das Überleben menschlicher Glioblastomzellen

Cannabidiol verstärkt die hemmenden Wirkungen von Dronabinol auf die Vermehrung und das Überleben menschlicher Glioblastomzellen

Eine Arbeitsgruppe an der Universität von Kalifornien in San Francisco untersuchte den Einfluss von Cannabidiol auf die krebshemmenden Eigenschaften von Dronabinol. In zwei menschlichen Glioblastomzelllinien wirkten Cannabidiol und Dronabinol bei der Hemmung der Zellproliferation synergistisch. Die Behandlung der Zellen mit beiden Substanzen führte zu einer signifikanten Beeinflussung des Zellzyklus, einer Induktion von reaktiven Sauerstoffradikalen und der Auslösung von Apoptosen sowie zu spezifischen Einflüssen auf extrazelluläre Kinase- und Caspase-Aktivitäten. Diese spezifischen Veränderungen wurden nicht beobachtet, wenn die beiden Substanzen einzeln verabreicht wurden.

Kommentar:
In einer Vielzahl zell- und tierexperimenteller Studien wurde nachgewiesen, dass Dronabinol krebshemmende Eigenschaften bei einer Vielzahl von Krebsarten (Gehirn, Haut, Darm, Lunge, etc.) aufweist. Es ist bekannt, dass Cannabidiol die Wirkungen von Dronabinol moduliert. Je nach Wirkung wurde eine Hemmung oder eine Verstärkung der Dronabinolwirkung durch Cannabidiol beobachtet. In der vorliegenden Studie wurde eine synergistische Wirkung für die antiproliferativen Eigenschaften von Dronabinol festgestellt, was neue Perspektiven für die Verwendung von Dronabinol in der Krebstherapie eröffnet.

Quelle: Marcu JP, Christian RT, Lau D, Zielinski AJ, Horowitz MP, Lee J, Pakdel A, Allison J, Limbad C, Moore DH, Yount GL, Desprez PY, McAllister SD. Cannabidiol Enhances the Inhibitory Effects of {Delta}9-Tetrahydrocannabinol on Human Glioblastoma Cell Proliferation and Survival. Mol Cancer Ther, 6. Januar 2010 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck]

 

2010 / Cannabidiol verstärkt die krebshemmenden Wirkungen


Wissenschaft: Cannabidiol verstärkt die krebshemmenden Wirkungen von THC auf menschliche Gehirnkrebszellen


Nach Forschung am kalifornischen Pazifik-Medizinzentrum-Forschungsinstitut in San Francisco verstärkt Cannabidiol (CBD) die hemmenden Wirkungen von Dronabinol (THC) auf die Vermehrung und das Überleben von Gehirnkrebszellen. Die beiden natürlichen Cannabinoide wurden an zwei Glioblastom-Zelllinien getestet. THC und CBD wirkten synergistisch bei der Hemmung der Zellvermehrung. Die Behandlung von Glioblastomzellen mit beiden Substanzen führte zu einer signifikanten Veränderung des Zellzyklus, zur Entstehung reaktiver Sauerstoffspezies (freie Radikale) und Apoptosen (programmierter Zelltod).

Es gab spezifische Veränderungen, die nicht beobachtet wurden, wenn nur eines der beiden Substanzen verwendet wurde, was ein Hinweis darauf ist, dass die Signalwege, die durch die Kombinationsbehandlung beeinflusst werden, einzigartig sind. Die Forscher schlossen, dass diese "Ergebnisse nahe legen, dass ein Zusatz von Cannabidiol zu Delta-9-THC die Gesamtwirksamkeit von Delta-9-THC bei der Behandlung des Glioblastoms bei Krebspatienten verbessern könnte".

Quelle: Marcu JP, Christian RT, Lau D, Zielinski AJ, Horowitz MP, Lee J, Pakdel A, Allison J, Limbad C, Moore DH, Yount GL, Desprez PY, McAllister SD.Cannabidiol enhances the inhibitory effects of Delta9-tetrahydrocannabinol on human glioblastoma cell proliferation and survival. Mol Cancer Ther 2010;9(1):180-9.)

 

2009.11.26 / Die Aktivierung von Cannabinoid-2-Rezeptoren reduziert die durch das Chemotherapeutikum Cisplatin verursachten Nierenschäden

Die Aktivierung von Cannabinoid-2-Rezeptoren reduziert die durch das Chemotherapeutikum Cisplatin verursachten Nierenschäden

Am US-amerikanischen Institut für Gesundheit in Bethesda wurde in tierexperimentellen Untersuchungen ein möglicher protektiver Effekt eines CB2-Rezeptor-Agonisten (HU-308) auf die Nephrotoxizität von Cisplatin untersucht. Cisplatin ist eine wichtige chemotherapeutische Substanz, deren Nierentoxizität seine klinische Verwendung limitiert. Im Tierexperiment mit Mäusen führte Cisplatin innerhalb von drei Tagen nach der Gabe zu einer ausgeprägten Entzündung, einer vermehrten Bildung freier Radikale und einer Zunahme des apoptotischen Zelltods in den Nieren, assoziiert mit deutlichen histopathologischen Veränderungen und einer beeinträchtigten Nierenfunktion. Das Cannabinoid schwächte diese entzündliche Reaktion, den oxidativen Stress und den Zelltod ab und verbesserte die Nierenfunktion.

Kommentar:
Eine verstärkte entzündliche Reaktion und oxidativer Stress scheinen eine Schüsselrolle bei der Entwicklung einer Cisplatin-induzierten Nephropathie zu spielen. Die Aktivierung des Cannabinoid-2-Rezeptors verursacht in verschiedenen Krankheitsmodellen entzündungshemmende und gewebeschützende Wirkungen. Die Verwendung von Dronabinol gegen Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Krebschemotherapie könnte daher durch sein entzündungshemmendes Potenzial zu einem Schutz der Nieren vor Cisplatin-induzierten Schäden beitragen.

Quelle: Mukhopadhyay P, Rajesh M, Bátkai S, Patel V, Kashiwaya Y, Liaudet L, Evgenov OV, Mackie K, Haskó G, Pacher P.CB1 cannabinoid receptors promote oxidative stress and cell death in murine models of doxorubicin-induced cardiomyopathy and in human cardiomyocytes. Cardiovasc Res, 26. November 2009 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck]

   

2009.11.04 / Cannabisextrakt Sativex kann Schmerzen von Krebspatienten reduzieren


Wissenschaft: Cannabisextrakt Sativex kann Schmerzen von
Krebspatienten reduzieren

Eine klinische Studie mit dem Cannabisextrakt Sativex bei Krebspatienten, die bereits im Jahr 2005 auf der Internetseite des Unternehmens GW Pharmaceuticals und in den IACM-Informationen veröffentlicht worden war, wurde nun in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht. Insgesamt wurden 177 Patienten, die an Schmerzen litten, die nicht ausreichend mit Opiaten kontrolliert werden konnten, in eine zweiwöchige Plazebo-kontrollierte Studie aufgenommen. Sie erhielten entweder Sativex, das gleiche Mengen an THC und CBD enthält (n = 60), einen THC-reichen Cannabisextrakt (n = 58) oder ein Plazebo (n = 59). Die Patienten nahmen während der Studie weiterhin ihre übrigen Schmerzmedikamente ein.

Die durchschnittliche Reduzierung der Schmerzen auf einer numerischen Skala war in der Sativex-Gruppe verglichen mit der Placebo-Gruppe signifikant überlegen ( -1,37 gegenüber -0,69). Die durchschnittliche Reduzierung in der THC-Extraktgruppe war dem Placebo nicht signifikant überlegen (-1,01 gegenüber -0,69). Verglichen mit der Placebo-Gruppe zeigten zweimal so viele Patienten, die Sativex (THC/CBD) einnahmen, eine Verbesserung der Schmerzreduzierung gegenüber dem Ausgangswert um mehr als 30 Prozent (43 Prozent gegenüber 21 Prozent), während es nur 23 Prozent in der THC-Gruppe waren. Die Forscher folgerten, dass ihre "Studie zeigt, dass THC:CBD-Extrakt wirksam bei der Linderung von Schmerzen bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs, die nicht vollständig durch starke Opiate gelindert werden, sein kann".

(Quelle: Johnson JR, Burnell-Nugent M, Lossignol D, Ganae-Motan ED, Potts R, Fallon MT. Multicenter, Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Parallel-Group Study of the Efficacy, Safety, and Tolerability of THC:CBD Extract and THC Extract in Patients With Intractable Cancer-Related Pain. J Pain Symptom Manage, 4. November 2009 [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

 

2009.11.04 / Cannabinoide wirksam bei Krebsschmerzen

Cannabinoide wirksam bei Krebsschmerzen

Nach einer klinischen Studie, die in 28 medizinischen Zentren in Großbritannien und Rumänien durchgeführt wurde, können ein Cannabisextrakt und Dronabinol Schmerzen von Krebspatienten reduzieren. Insgesamt wurden 177 Patienten mit krebsbedingten Schmerzen, die keine ausreichende Schmerzlinderung trotz der Einnahme von Opiaten erlebten, in die plazebokontrollierte Studie aufgenommen. Die Teilnehmer erhielten zwei Wochen lang entweder einen Cannabisextrakt, der gleiche Anteile an Dronabinol und Cannabidiol enthielt, (n = 60), einen Dronabinol-reichen Extrakt, der kaum andere Cannabinoide enthielt, (n = 58) oder ein Plazebo (n = 59). In der ersten Woche der Studie fanden die Patienten, basierend auf Wirksamkeit und Verträglichkeit, durch eine langsame Steigerung der Dosis ihre persönliche optimale Dosierung heraus.

Der primäre Endpunkt zur Beurteilung der Schmerzbeeinflussung war die Veränderung der Schmerzintensität auf einer numerischen Skala von "0 = keine Schmerzen" bis "10 = sehr starke Schmerzen" vom Beginn bis zum Ende der Studie. Dabei wurde dreimal täglich die Frage "geben Sie Ihre Schmerzstärke an" beantwortet. Die durchschnittliche Veränderung war für den Cannabisextrakt signifikant größer als beim Plazebo (Verbesserung von -1,37 gegenüber -0,69), während der Dronabinol-Extrakt zu einer nicht signifikanten Veränderung führte (Verbesserung von -1,01). Unter den sekundären Endpunkten gab es ebenfalls eine Messgröße für die Schmerzenintensität, den Gesamtschmerz nach dem Brief Pain Inventory-Short-Form (BPI-SF). Er ist die Summe von vier Schmerzwerten, in denen ebenfalls auf einer Skala von 0 bis 10 nach den "stärksten Schmerzen in den letzten 24 Stunden", nach den "geringsten Schmerzen in den letzten 24 Stunden", nach den "durchschnittlichen Schmerzen" und den "gerade bestehenden Schmerzen" gefragt wird. Es gab eine signifikante Verbesserung der Schmerzen nach dem BPI-SF in der Dronabinol-Gruppe verglichen mit dem Plazebo (Behandlungsdifferenz: -4,07), während es keinen signifikanten Unterschied zwischen dem Cannabisextrakt und dem Plazebo gab (Behandlungsunterschied: -1,04).

Kommentar:
Es sind vor allem zwei Aspekte bemerkenswert. Erstens beeinflussten die beiden Cannabinoidextrakte offenbar verschiedene Aspekte des Schmerzes. Zweitens wurden die gemessenen Effekte durch die Cannabinoidgabe trotz der Gabe starker Opiate, die die Patienten während der Studie weiterhin einnahmen, also über die Opiatswirkung hinaus beobachtet. In den vergangenen zehn Jahren gab es eine Anzahl klinischer Studien mit verschiedenen Cannabinoiden, darunter Dronabinol, die analgetische Wirkungen bei verschiedenen chronischen Schmerzzuständen nachgewiesen haben. Der Einsatz von Dronabinol hat sich daher in mehreren Ländern zunehmend zu einer etablierten Therapie bei chronischen Schmerzen entwickelt.

Quelle: Johnson JR, Burnell-Nugent M, Lossignol D, Ganae-Motan ED, Potts R, Fallon MT.Multicenter, Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Parallel-Group Study of the Efficacy, Safety, and Tolerability of THC:CBD Extract and THC Extract in Patients With Intractable Cancer-Related Pain. J Pain Symptom Manage, 4. November 2009 [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck]