Mittwoch, Mai 22, 2013
   
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Studie: Cannabis-Extrakt hilft MS-Kranken

Studie: Cannabis-Extrakt hilft MS-Kranken

Eine Studie an Multiple-Skerose-Patienten in Großbritannien hat die positive Wirkung von Cannabis-Extrakt belegt. Dies teilte das Berliner Institut für klinische Forschung (IkF) mit. Die vom IkF in Auftrag gegebene und gemeinsam mit dem Arzneimittelhersteller Weleda finanzierte Untersuchung mit einem Cannabis-Extrakt habe das Befinden jedes dritten MS-Patienten spürbar verbessert, sagte der Leiter der Untersuchung, Marcus Reif. «30 Prozent der Studienteilnehmer fühlten sich besser, in der Placebo-Kontrollgruppe waren es nur 15 Prozent», sagte Reif. Mit Blick auf Verschlechterungen der Symptome sei das Ergebnis genau andersherum: Bei nur etwa 15 Prozent der Kranken hätte sich der Zustand verschlechtert, in der Placebo-Gruppe seien es mehr als doppelt so viel gewesen. Insgesamt nahmen 279 Patienten an der Studie teil, 140 von ihnen bekamen einen Cannabis-Extrakt, die andere Hälfte wurde mit Placebo behandelt. Die Studie untersuchte die Cannabis-Wirkung im Hinblick auf Muskelsteifheit, Schmerzen, Spastik und Schlafstörungen bei MS. «Diese Ergebnisse sind schon eindeutig», sagte Joachim Nadstawek vom Berufsverband der Schmerztherapeuten. Er spricht sich für den kontrollierten Einsatz von Cannabis-Präparaten bei MS- und Tumorpatienten aus.

Die Nebenwirkungen des Präparates, für das das IkF zusammen mit dem Arzneimittel-Hersteller Weleda die Kassenzulassung anstrebt, hätten sich im erwarteten Rahmen gehalten, sagte Reif. «Es waren Schwindel, Übelkeit und leichte Rauschzustände. Also eher moderate, milde Nebenwirkungen, wie wir sie von Cannabis kennen.» Die Dosierung der Patienten habe mit 5 bis 25 Milligramm des Cannabis-Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol) pro Tag unter dem Wirkstoff-Gehalt eines Joints gelegen. Zu Beginn der Untersuchung bei der Einstellung auf die persönliche Dosis hätten allerdings einige Patienten wegen der Nebenwirkungen die Behandlung abgebrochen.

Quelle: dpa

 

2009.9.14 / Positive Daten für Sativex® Phase III Spastik bei MS auf der ECTRIMS European Multiple Sclerosis Congress in Düsseldorf präsentiert

Positive Daten für Sativex® Phase III Spastik bei MS auf der ECTRIMS European Multiple Sclerosis Congress in Düsseldorf präsentiert

Eingeschrieben waren 572 Patienten in Phase A und 241 von ihnen haben mit Phase B weitergemacht. Die Autoren stellten fest, dass "Sativex" eine statistisch und hohe klinisch signifikante Wirkung bei der Verbesserung der Spastik und zudem gut verträglich für MS Patienten ist. Zusätzlich wurde die Analyse der 30% Responder, die Häufigkeit der Spasmen, Unterbrechung des Schlafes, Ärzte, Pfleger und Eindruck des Behandelten auf Änderung und "Barthel Activities of Daily Living Index" beurteilt. Sie waren alle signifikant zugunsten von Sativex

Eine gesonderte Präsentation dieser Studie hat sich speziell mit der Sativex Behandlung bei MS und Spastik hinsichtlich eines bewerteten Zeitraums von 4 Wochen auseinandergesetzt. Die Autoren folgern dass ein 4-wöchiger Behandlungszeitraum mit Sativex ausreicht, um festzustellen ob MS Patienten mit Spastik von der Lang-Zeit-Behandlung mit Sativex profitieren können.

Quelle: Presseveröffentlichung GW Pharmaceuticals vom 14.09.09

 

2008 / Dronabinolreicher Cannabisextrakt verbessert objektiven neurophysiologischen Marker der Schmerzintensität bei MS-Patienten

Dronabinolreicher Cannabisextrakt verbessert objektiven neurophysiologischen Marker der Schmerzintensität bei MS-Patienten

Nach einer Untersuchung an der Abteilung für neurologische Wissenschaften der Universität von Rom mit 18 Multiple-Sklerose-Patienten, von denen 17 die Studie beendeten, beeinflusst der Cannabisextrakt Sativex den so genannten Beugereflex. Der Beugereflex beim Menschen ist eine häufig verwendete Technik zur Abschätzung der Schmerzschwelle und zur Untersuchung spinaler und supraspinaler Schmerzleitungswege sowie an der Schmerzkontrolle beteiligter Neurotransmittersysteme. Das klassische Beispiel eines Beugereflexes ist das Zurückziehen der Hand von einem heißen Gegenstand. Er besteht aus einer Frühreaktion (RII-Reflex) und einer Spätreaktion (RIII-Reflex). Es wird allgemein angenommen, dass die RIII-Reflexschwelle der Schmerzschwelle entspricht.

Die Wissenschaftler führten mit den Teilnehmern eine randomisierte, doppelblinde, plazebo- und kreuzkontrollierte Studie zum Einfluss der Cannabinoide auf RIII-Reflexvariablen (Schwelle, Latenz und Bereich) durch. Nach Einnahme des Extraktes, der gleiche Anteile an Dronabinol und Cannabidiol enthält, nahm die Reflexschwelle zu und der Reflexbereich ab. Schlussfolgernd heißt es im Artikel über die Studie, dass "die Cannabinoid-induzierten Veränderungen der RIII-Reflexschwelle und des Reflexbereichs bei Patienten mit MS einen objektiven neurophysiologischen Beweis für die Modellierung des nozizeptiven Systems bei Patienten mit MS durch Cannabinoide liefert".

Kommentar:
Der Beugereflex wird ohne Beteiligung des Großhirns aktiviert und entzieht sich daher dem auf dem Bewusstsein basierenden Plazeboeffekt, der die (subjektive) Schmerzwahrnehmung in klinischen Studien und damit ihre Ergebnisse beeinflusst. Es hat sich gezeigt, dass der Plazeboeffekt in Studien mit Schmerzpatientin eine erhebliche Rolle spielen kann. Die Verifizierung der Analgesie durch Dronabinol bzw. eines Cannabisextraktes durch objektive Parameter ist daher von großer Bedeutung. In den vergangenen fünf Jahren wurden die Kenntnisse zum Nutzen von Dronabinol in der Schmerztherapie deutlich verbessert. Dies führte in Kanada zur Zulassung eines Dronabinol-reichen Cannabisextraktes für die Behandlung neuropathischer Schmerzen von MS-Patienten (im Jahr 2005) und zur Behandlung von Krebsschmerzen (im Jahr 2007). Dronabinol erwies sich in klinischen Studien vor allem wirksam bei neuropathischen Schmerzen unterschiedlicher Ursachen (multiple Sklerose, HIV-Infektion, traumatisch bedingt) sowie bei Krebsschmerzen.

Quelle: Conte A, Bettolo CM, Onesti E, Frasca V, Iacovelli E, Gilio F, Giacomelli E, Gabriele M, Aragona M, Tomassini V, Pantano P, Pozzilli C, Inghilleri M. Cannabinoid-induced effects on the nociceptive system: A neurophysiological study in patients with secondary progressive multiple sclerosis. Eur J Pain, 4. Juli 2008 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck]